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Wie viele ehemals industriell geprägte Hafengebiete in Europa befindet sich auch der Mainzer Zollhafen im Wandel zu einem modernen Stadtquartier. Nordöstlich der Neustadt, am westlichen Rheinufer gelegen, wird der ehemalige Containerhafen zu einem urbanen Mix aus Wohnen, Arbeiten und Freizeit umgestaltet - ein bedeutender städtebaulicher Wandel, der zu den wichtigsten Erneuerungsprojekten der jüngeren Stadtgeschichte gehört. ZigZag ist eines der Pionierprojekte in dieser groß angelegten Transformation.

Das 4.200 m2 große Gebäude ist das prägende Element am nördlichen Ende des Hafenbeckens; es befindet sich auf dem neu benannten Rotterdamer Platz und öffnet sich zum Wasser, während es gleichzeitig als Lärmpuffer zwischen dem neuen Stadtviertel und dem verbleibenden Industriegebiet weiter im Norden fungiert. Um die Lärmbelastung für die neuen Wohnblöcke weiter zu reduzieren, sieht der Entwurf eine zusätzliche Schallschutzwand vor, die aus einem Stahlrahmen mit Glaspaneelfüllungen besteht und sich zwischen ZigZag und seinen Nachbargebäuden spannt.


Der Entwurf für die Hafenspitze basiert auf einer neuen Interpretation des Bebauungsplanes - zwei freistehende Volumen anstelle des über Eck 'angeschnittenen' Hofes. Dadurch wird der Hof zum Platz, und die neue Bebauung kann die besondere Lage am Kopf des Hafenbeckens optimal ausnutzen, um ein eigenständiges Zeichen für den Ort zu entwickeln, was insbesondere für eine Pionierbebauung des Gebietes eine wichtige Funktion ist. Überdies werden einige Schwächen des ursprünglichen Plans korrigiert. 

Die beiden Gebäude, der Block und der Turm, bilden ein Ensemble, was durch die Formgebung der abgeschrägten Sockelbereiche und durch die Ähnlichkeiten im Fassadenkonzept unterstrichen wird. Zugleich drücken sich die angestrebten Unterschiede in Budget und Nutzung im äusseren Erscheinungsbild aus. Die Volumen werden als kräftige, sehr kompakte Bürogebäude entworfen, die das Weglassen der beiden Seitenflügel kompensieren.
 


 

Die “gefaltete” Fassade des sechsgeschossigen Gebäudes besteht aus matt-silber beschichteten Aluminiumpaneelen, die auf das städtebauliche Konzept des Zollhafens reagiert. Die Tiefe der Elemente ermöglicht die Integration eines außenliegenden Sonnenschutzes und reduziert die Blendung. Lichtreflexionen der silbrigen Verkleidung unterstreichen den optischen 3D-Effekt und verstärken den skulpturalen Eindruck des Gebäudes. Im Erdgeschoss verjüngt sich die zickzackförmige Fassade nach innen, wodurch ein zusätzlicher Außenraum entsteht und großzügige Sichtachsen und Wege von der Straße zum Wasser eröffnet werden.

 

ZigZag ist für mehrere Mieter konzipiert; ZigZag wird über zwei unabhängige Lobbys im Erdgeschoss betreten, in dem sich auch ein Café mit Blick auf das Wasser befindet. Vom zweiten bis zum fünften Obergeschoss ermöglichen große, offene Flächen den Mietern größtmögliche Flexibilität bei der Einrichtung ihrer Büros. Das Gebäude verfügt über moderne, zukunftsorientierte Bürofunktionen wie Smartphone-gesteuerte Beleuchtung und Raumtemperatur, während im gesamten Gebäude drahtlose Lösungen integriert wurden.


 

"Mit ZigZag haben wir eine funktionale und zugleich optisch auffällige Ergänzung für das spannende neue Mainzer Stadtviertel geschaffen", sagt MVRDV-Gründungspartner Jacob van Rijs. "Mit dem neuen öffentlichen Platz im Zentrum unseres Plans wollten wir die Menschen dazu ermutigen, die Wasserfront zu genießen und den transformierten Hafen zu entdecken. ZigZag liegt wie ein Schiff am Ende des Hafens, seine gefaltete, reflektierende Fassade hebt sich von der Umgebung ab. Ich freue mich darauf, dass sich sein Partner, der Turm in unserem ursprünglichen Entwurf,zu ihm gesellt." 

Wir sind sehr froh, zusammen mit MVRDV dieses Gebäude realisiert zu haben, insbesondere darüber, dass der ursprüngliche Entwurf aus dem Wettbewerb umgesetzt werden konnte. Im städtebaulichen Konzept der Hafenspitze bilden die beiden Gebäude ein Ensemble - die schrägen Auskragungen im Sockelbereich vergrößern den öffentlichen Raum und bieten mehr Ausblick zum Hafenbecken. Das geometrische Linienspiel der Fassade erinnert an moderne Skulpturen, wie die `endless column' von Brancusi.

ZigZag wurde für das Immobilienunternehmen CA Immo entworfen. Für die Fertigstellung arbeiteten MVRDV und morePlatz mit den ausführenden Architekten Schmidt Plöcker Architekten zusammen, desweiteren mit den Tragwerksplanern Planungsgemeinschaft Toni / Schwarzbart + Partner, Plan-B (TGA Mechanik) und Schad-Hölzel (TGA Elektrik).

 

Die schrägen Einschnitte in das Volumen öffnen den Platz und kreieren Blickbeziehungen nach Süden zum Hafenbecken. Die abgeschrägten Enden kragen über die Strasse aus, um zusätzliche Nutzfläche zu schaffen. Das Mass der Auskragung resultiert aus einer funktionalen Überlegung, nämlich den maximalen Fluchtabständen im Gebäude. Zudem können aufgrund des Abstandes zum Nachbarn auch die kurzen Fassaden natürlich belichtet werden.
Die Faltung bzw. dreidimensionale Durcharbeitung des Fassadensystemes gibt dem Ensemble gestalterische Konsistenz - die Grundrisse bieten eine Vielfalt an unterschiedlichen Bürotypologien und Ausbauqualitäten.

Team:
MVRDV: Jacob van Rijs, Fokke Moerel, Roy Sieltjes, Johannes Langer, Arian Lehner, Matteo Artico, Jonathan Schuster, Markus Nagler, Maria Vasiloglou

morePlatz: Caro Baumann, Johannes Schele, Konstantina Karampini, Bruno Pereira, Fatameh Moaiyeri, Christoph Hanisch, Daniel Seeleitner, Sebastian Mayer, Lisa Schwab

technische Beratung Wettbewerb: Buro Happold, Matthias Beckh, Rod Manson, Thomas Kraubitz

Fotos © Ossip van Duivenbode

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